Meine Daten gehören mir! Der 28.01.2017 ist ein besonderer Tag. Er soll uns alle dafür sensibilisieren, wie wichtig der Datenschutz ist. Organisationen in Amerika, Kanada und in Ländern Europas tragen mit verschiedenen Aktionen zu dieser Sensibilisierung bei.

picture of data protection day

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Auch wir von Cryptshare finden den Datenschutz wichtig und unterstützen unsere Kunden dabei, die Datenschutzrichtlinien einzuhalten, indem wir sie in die Lage versetzen, personenbezogene Informationen sicher per E-Mail austauschen zu können. Wir widmen den heutigen Blogbeitrag nur diesem einen Thema und haben drei zum Nachdenken anregende Beispiele gefunden, die aufzeigen, dass der Datenschutz ein hoch einzustufendes Gut ist, was gar nicht so einfach zu schützen ist – auch wenn man sich sehr viel Mühe gibt.

Dickes Ding: Kreditkartenanbieter könnte Airlines das Gewicht potentieller Passagiere verraten

Der Kreditkartenanbieter Mastercard hat 2015 einen Patentantrag eingereicht. Es sollen über die Kreditkarte getätigte Transaktionen Rückschlüsse auf Körpergröße und Gewicht der Karteninhaber erhoben werden, um sie anschließend Transportunternehmen wie Flug- oder Busgesellschaften weiterzuleiten.

D.h. im Klartext: Mastercard analysiert Schuh- & Kleidergröße und - wäre das nicht prima? Nie wieder müsste man neben einer zu wohlgenährten Person sitzen, weil die Airline bereits alle Passagiere gemäß ihrer Konfektionsgröße optimal im Flugzeug platziert hat. Beileibe nicht! Es drängt sich das ungute Gefühl auf, dass Schwergewichte von Transportunternehmen so viel stärker zur Kasse gebeten werden, als die Fliegengewichte und das vom Reisenden ganz unbemerkt. Zugegeben, das Argument wiegt schwer - ist aber angesichts unserer optimierungsgetriebenen Unternehmenskultur nicht von der Hand zu weisen.

Aber derzeit hat Mastercard angeblich keine Ambitionen, dieses Patent wirtschaftlich zu nutzen und natürlich müsse man alle Karteninhaber vorher um Zustimmung zum Weiterreichen ihrer personenbezogenen Daten an Transportunternehmen fragen. Dass das Unternehmen die Daten früher oder später in irgendeiner Form nutzen möchte, ist wohl höchst wahrscheinlich angesichts einer kostenintensiven Patentanmeldung.

Wenn der Lautsprecher shoppen geht,

stehen bald eine Puppenstube und jede Menge Kekse vor der Tür - so geschehen unlängst in Texas. Der Echo Dot ist ein Lautsprecher von Amazon, der neben Musik abspielen noch so einiges mehr kann, nämlich Termine in den Kalender eintragen, eine Einkaufsliste erstellen und eben im Internet shoppen gehen. Zuerst orderte der intelligente Lautsprecher für die sechsjährige Brook zwei Kilo Kekse und die ersehnte Puppenstube, als sie ihn mit den Worten „Alexa order me a doll house and some cookies“ darum gebeten hat.

Als die Geschichte von einer lokalen Fernsehstation aufgegriffen wurde und der Moderator die magischen Worte „Alexa order me a doll house“ wiederholte, begaben sich zig Echo-Lautsprecher auf Shopping-Tour und besorgten für ihre Familien Puppenhäuser, wie ihnen vom Moderator im Fernsehen aufgetragen wurde. Weil Alexa keine Stimmen unterscheiden kann, gingen die Bestellungen raus. Dabei hat Amazon eigentlich vorgesorgt: die automatische Kauf-Option kann man ausschalten und es besteht die Möglichkeit, jeden Kauf durch eine PIN zu bestätigen. Diese Einstellungen muss der Nutzer jedoch proaktiv selbst vornehmen. Schöne neue (Shopping-)Welt!

Und es wird noch schöner: auf der Technikmesse CES in Las Vegas wurden Anfang Januar 700 neue Geräte oder Dienste, die mit dem Spracherkennungsdienst Alexa von Amazon zu tun haben, gesichtet. Bleibt abzuwarten, was der Kühlschrank, das Auto oder das Babyphone noch so alles für uns anschaffen werden.

Tor – Schluss? – Panik?!

Der Tor-Browser ermöglicht anonymes Surfen im Netz. Internet-Nutzer, die nicht möchten, dass Unternehmen ihre Daten beim Surfen im Netz erheben und sie an die Werbewirtschaft weiterverkaufen, aktivieren einen Ad-Blocker oder surfen gleich anonym mit Tor. Das ist praktisch, weil dann auch Geheimdienste oder andere interessierte (staatliche) Stellen nichts mitbekommen. Doch stopp! Damit ist jetzt Schluss.

Erst kürzlich gelang es Forschern, Tor-Nutzer mit Hilfe von Ultraschallwellen zu identifizieren. Das funktioniert über die uXDT-Technologie, die die Werbebranche beim Aussteuern von Werbung über unterschiedliche Endgeräte hinweg bereits seit einigen Jahren nutzt. Keine Panik, wir erklären wie’s funktioniert: Ein User surft in der Mittagspause auf einer Nachrichten-Website und informiert sich über die Bundesliga-Ergebnisse. Den Werbebanner mit Bierwerbung, der den Textfluss beeinträchtigt, überscrollt er schnell und liest den Artikel bis zum Ende. In der Zwischenzeit hat der Werbebanner längst ein Audiosignal im Ultraschallbereich an einige der vielen Apps mit eingebautem Werbe-SDK auf dem Smartphone des Users gesendet, um ihm später beim Surfen wieder auf die Hopfenkaltschale aufmerksam zu machen.

Mit dieser Technik ist es Vasilios Mavroudis gelungen, an Daten wie E-Mail- und IP-Adresse, Telefonnummer und Geolokalisierungsdaten zu gelangen. Somit konnte er einem vormals anonymen Nutzer des Tor-Browsers einem identifizierbaren Smartphone zuordnen. Eine Möglichkeit, einer etwaigen Bespitzelung durch Ultraschallwellen aus dem Weg zu gehen, ist, bis auf Weiteres komplett auf werbefinanzierte Apps zu verzichten.

Ob beim Bezahlen mit der Kreditkarte, beim „Spielen“ mit unseren IoT-Devices oder beim anonymen Surfen: Fallstricke, persönliche Daten preiszugeben – wenn auch ungewollt – gibt es in unserer digitalen Welt jeden Tag. Aber sollten wir deshalb den Off-Button betätigen und nur noch analog unterwegs sein? Keinesfalls. Aber wir sollten ihn uns ins regelmäßig ins Bewusstsein rufen, den hohen Stellenwert des Datenschutzes.