Am 03. Mai 2018 ist Tag der Pressefreiheit. Ein Blick auf die Karte von Reporter ohne Grenzen (ROG) macht deutlich: mehr weiße Flecken auf der Landkarte sind wünschenswert!

Betrachtet man die Karte der Pressefreiheit 2018 weltweit, die ROG letzten Mittwoch veröffentlicht hat, stechen die Farben Rot, Schwarz, Gelb, Orange hervor - Weiß ist kaum vertreten. Auf die Pressefreiheit bezogen, heißt das: es gibt zahlreiche Länder und Territorien in denen die Situation für Medienvertreter vor allem „schwierig“ (rot) ist und nur etwa ein Dutzend, wo die Lage als „gut“ bezeichnet werden kann (weiß).

Schwarz und damit „sehr ernst“ sieht die Situation vor allem für Journalisten in Nord-West-Afrika und Asien aus. Länder mit erkennbaren Problemen, gekennzeichnet durch Orange, befinden sich vor allem in Südamerika, Afrika aber auch zunehmend in Europa. Zufriedenstellend (Gelb) ist die Lage vorwiegend in Nordamerika, Europa und auf dem fünften Kontinent. Insgesamt wurden 180 Länder untersucht. In vielen Länder, vor allem in Europa, hat sich die Situation verschlechtert. Erschreckend? Ja! Wo sitzen die Freunde und Feinde der Pressefreiheit und wie sieht es konkret in Deutschland und den USA aus?

Freunde und Feinde der Pressefreiheit

Unverändert führen Norwegen (1) und Schweden (2) die Rangliste der Pressefreiheit an, gefolgt von den Niederlanden (3) das sich um drei Plätze verbessert hat und wo Cryptshare nach und nach zum Marktführer aufsteigt. In diesen Ländern herrschen also besonders gute Bedingungen für die Medienlandschaft und somit für die Demokratie.

Weiterhin bringen Unruhen, Kriege und repressives Verhalten totalitärer Staaten das Funktionieren der Medienlandschaft in vielen Ländern der Welt zum Erliegen. Wie im Vorjahr belegen China (176), Syrien (177), Turkmenistan (178), Eritrea (179) und Nordkorea (180) die letzten Plätze der Rangliste.

Doch nirgendwo auf der Welt hat sich die Lage der Pressefreiheit so stark verschlechtert wie in Europa. In den EU-Mitgliedsstaaten Malta (65, von Rang 47!), Tschechien (34) und Slowakei (27) sowie in dem Balkanland Serbien (76) werden Journalistinnen und Journalisten öffentlich angefeindet, beschimpft und es wird juristisch gegen sie vorgegangen.

Beschlagnahmungen und Verunglimpfung auch in westlichen Ländern

Journalisten haben eine berufliche und ethische Verantwortung ihre Quellen geheim zu halten. Laut ROG wird das für Investigativ-Journalisten beispielsweise auch in den USA und anderen westlichen Ländern immer schwieriger. So hatte die juristische Verfolgung von ihnen und ihrer Informanten bereits 2016 besorgniserregende Ausmaße angenommen. Sie werden bei Einreise festgehalten, ihre elektronischen Geräte beschlagnahmt und durchsucht.  Unerwünschte Berichterstattung wird von offiziellen Stellen lautstark als Fake News diskreditiert - die Wahrheit wird für sich selbst reklamiert. Ein vermeintlich freies Land wie die USA verschlechtert sich in der Rangliste im zweiten Jahr in Folge um zwei Plätze und liegt nun auf Platz 45.

Übergriffe und unzureichender Informantenschutz in Deutschland

Die Zahl der tätlichen Übergriffe, Drohungen und Einschüchterungen gegen Journalisten in Deutschland ist immer noch hoch. Wiederholt geraten Journalisten ins Visier von Geheimdiensten und Strafverfolgungsbehörden. Der Staat versucht verschlüsselte Kommunikation zu hacken. Das gefährdet vor allem den vertraulichen Austausch sensibler Nachrichten zwischen Investigativ-Journalisten und ihren Informanten. Das 2017 in Kraft getretene BND Gesetz ermöglicht die Überwachung der Kommunikation von Journalisten im außereuropäischen Ausland. Momentan läuft eine von ROG und anderen Organisationen eingereichte Verfassungsbeschwerde dagegen. Deutschland verbessert sich um einen Platz und liegt nun auf Rang 15 der Liste der Pressefreiheit 2018.

Einfache Softwarelösungen bieten Schutz

Beleidigungen, Drohungen, Überwachung – immer wieder stehen Medienvertreter weltweit aufgrund ihrer Arbeit massiv unter Druck. Um sich und ihre Informanten zu schützen, greifen Journalisten und Blogger auf verschlüsselte Kommunikation zurück. So bleiben vertrauliche Daten, auch bei der Übermittlung über das Internet, so lange geheim bis die Recherche abgeschlossen ist und alle Beweise gesichert sind. Mit Hilfe von Software und Technik behalten Journalisten die Kontrolle über brisante News und können die Veröffentlichung steuern und ihre Quellen schützen.

Medienvertreter, die investigativ recherchieren und sicher kommunizieren müssen, können Cryptshare vergünstigt, innerhalb unseres probono Programms beziehen. Fragen Sie uns danach – auch gern verschlüsselt über unsere Web-Anwendung!

 

Rangliste der Pressefreiheit 2018 – Auszug:

1 Norwegen 
2 Schweden 
3 Niederlande 
10 Costa Rica


15 Deutschland 
23 Ghana
33 Frankreich 
40 Großbritannien
45 USA
58 Polen
65 Malta
69 Kroatien
73 Ungarn


157 Türkei
161 Ägypten
176 China

177 Syrien
178 Turkmenistan
179 Eritrea
180 Nordkorea (Letzter Rang) 

Die Weltkarte mit Suchfunktion zur Pressefreiheit finden Sie auf der Seite von Reporter ohne Grenzen, die vollständige Rangliste 2018 finden Sie hier. Details zur Methodik der Rangliste können hier nachgelesen werden.