In den USA lehnen sich viele Tech-Firmen gegen die Hintertür-Politik der Behörden auf. Doch manchmal braucht es nur die eine große Firma, um an elektronische Daten heranzukommen.

Es ist nichts Neues, dass die US-Amerikanische Behörde NSA in großem Stil elektronische Kommunikation abhört. Immer mehr Firmen, wie Google, Facebook, und Co. lehnten sich in letzter Zeit dagegen auf (wir berichteten bereits), dass Überwachungsbehörden zunehmend Zugang zu den Daten ihrer Kunden haben wollten. Doch nun wurde bekannt, dass der Internet- und Telefonanbieter AT&T in großem Stil mit der NSA kooperierte. Interne Dokumente der NSA beschreiben die Zusammenarbeit mit dem amerikanischen Großkonzern als „äußerst gemeinschaftlich“ und loben die „extrem hohe Bereitschaft, zu helfen“.

Über den Zeitraum von 2003 – 2013 ermöglichte At&T so Zugriff auf mehrere Milliarden E-Mails, die über ihre Server liefen. Besonders pikant daran ist, dass unter anderem die Kommunikation der Zentrale der Vereinten Nationen abgehört wurde. Aber auch viele Unternehmen und Privatpersonen gehören zu den Kunden und Nutzern des Serviceangebots von AT&T und sind damit potenzielle Ziele des großflächigen Abhörprogramms.
Auf Anfrage der Medien hin, ließ das Unternehmen verlauten, dass es Themen im Zusammenhang der Nationalen Sicherheit nicht weiter öffentlich kommentieren werde. So bleibt unklar, ob weiterhin E-Mails und andere elektronische Kommunikation mit Hilfe von AT&T abgehört werden.

Die Nationale Sicherheit und der Kampf gegen Terrorismus werden immer stärker als Begründung herangezogen, digitale Kommunikation breitflächig abzuhören. Besonders die Britischen und US-Amerikanischen Behörden drängen darauf, E-Mail Verschlüsselung und Verschlüsselung von elektronischen Geräten zu schwächen, zu verbieten oder über Hintertüren für die Behörden zugänglich zu machen. Während die Strafverfolgung mit Sicherheit nicht behindert werden sollte, ist sich die IT-Branche großenteils einig, dass dies nicht die Lösung sein kann, da viele Privatpersonen und auch Unternehmen ein berechtigtes Interesse daran - und auch das Recht dazu - haben, eine ungeschwächte, abhörsichere Kommunikation zu nutzen. Es sollte also besser eine Lösung gefunden werden, die nicht die Freiheit vieler einschränkt, um einige Wenige zu bekämpfen, sondern eine Lösung, die die Privatsphäre der ehrlichen Mehrheit schützt.

Lesen Sie hierzu auch, was unser CEO Mark Forrest zu dem Thema zu sagen hat.